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Niemand will mit einem Kühlschrank tauchen
Der Tauchclub der Polizei hat bei Kodersdorf einen Steinbruch von einer Tonne Müll befreit.
Räder, Kühlschränke, Sessel: Heiko Hänel (l.) und Raik Schulze vom Polizeitauchclub haben allerhand Müll im Wasser gefunden.
Es ist schon ziemlich erschreckend, was hier alles im Wasser herumschwamm“, sagt Michael Sommer vom Polizeitauchclub Oberlausitz-Niederschlesien und steht kopfschüttelnd neben einem Müllberg: mehrere total verrostete Kühlschränke, über in Dutzend Auto- und Motorradräder, eine Gasflasche, Feuerlöscher, ein Sessel und noch etwas Kleinkram. Etwa eine Tonne Müll wird es wohl sein, was die fünf Taucher von Polizeitauchclub und Deutscher Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) da aus einem versteckten Steinbruch nahe Kodersdorf gefischt haben. Nicht ganz uneigennützig, geben sie lächelnd zu. „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Orten zum Tauchen und da haben wir auch diesen Steinbruch hier entdeckt“, erklärt Raik Schulze vom Polizeitauchclub, „aber natürlich ist es nicht schön, wenn man tauchen geht und ein Kühlschrank nebenher schwimmt. Und ausserdem ist es ja auch für die Umwelt schädlich.“
Die Gemeinde findet es klasse
Also versammelten sie sich am Wochenende, tauchten in dem Steinbruch zwei Stunden lang nach allem Unrat, der da nicht hingehört, und nahmen der Gemeinde damit eine unangenehme Arbeit ab. „Ich find’s klasse, dass sie das gemacht haben“, freut sich Manuela Wagner vom Verwaltungsverband Weißer Schöps/Neiße, „das sah dort schon sehr verheerend aus.“ Von der Gemeinde werde der Steinbruch schon seit Längerem nicht genutzt, ist zugewachsen und von der Straße aus nicht einsehbar. Und genau darin liege auch ein Problem: „Es gibt keine Gewähr, dass der Steinbruch jetzt sauber bleibt. Es ist ja eine bekannte Stelle“, so Manuela Wagner weiter. Dann fügt sie lachend hinzu: „Also von mir aus können die Taucher das auch öfter machen.“ Als „Gegenleistung“ dürfen sie wie alle anderen Bürger ganz nach Bedarf in dem Steinbruch baden und tauchen – allerdings auf eigene Gefahr. Raik Schulze hätte zumindest nichts dagegen, öfter solche Säuberungsaktionen zu machen: „Das kann ruhig eine feste Größe werden, auch für andere Gemeinden. Aber natürlich nur im Sinne des Gemeinwohls und im Rahmen unserer Möglichkeiten.“ Schließlich seien sie als Polizeibeamte auch beruflich recht eingespannt. Das war ebenfalls ein Grund, dass bei der Aktion in Kodersdorf trotz längerer Vorausplanung mit Kollegen und Gemeinde doch nur drei Taucher des Polizeitauchclubs anwesend sein konnten, die meisten anderen hatten Dienst.
Steinbruch zu verkaufen
Da war es ein recht günstiger Zufall, dass Jens Strangfeld und Manuel Schulze von der DLRG auch gerade an dem Steinbruch waren. „Wir wollten heute sowieso hier tauchen und haben dann eben gleich mitgeholfen. Wir haben ja schließlich auch was davon“, erklärt Jens Strangfeld. Die Taucher untereinander kennen sich eben, Doppelmitgliedschaften in Vereinen sind nicht selten. Wie oft die Taucher jetzt bei Kodersdorf anzutreffen sind, können sie noch nicht sagen. Doch wer weiß, vielleicht hat der Steinbruch bald einen Tauchclub zum Eigentümer.
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